InhalationstherapieRichtig inhalieren bei Bronchitis

In Kürze:

  • Beim Inhalieren – z. B. mit isotonischer Kochsalzlösung – gelangen Wirkstoffe in Form kleinster Feuchtigkeitspartikel in unsere Bronchien.
  • Der Erfolg der Inhalation hängt bei einer Bronchitis wesentlich mit der Tröpfchengröße zusammen. Hier kommt der Wahl der passenden Inhalationsmethode entscheidende Bedeutung zu.
Frau inhaliert Wasserdampf

Die klassische Inhalation mit Wasserdampf und Zusätzen eignet sich vor allem zum Befeuchten der Schleimhaut in den oberen Atemwegen.

Inhalationssysteme: Tröpfchengröße entscheidend für die Wirksamkeit

Damit die Inhalation bei einer Bronchitis auch wirkt, müssen die Partikel bis an den Ort der Erkrankung, also bis in die Bronchien, gelangen. Ein schwieriges Unterfangen, denn: Beim Bronchialsystem handelt es sich um ein weit verzweigtes Netz aus Atemwegen. Um es hierher zu schaffen, sind kleinste Tröpfchen notwendig, die beim Inhalieren auf dem Atemstrom bis in die Bronchien gleiten.

Entscheidend für den Behandlungserfolg ist also die Zerstäubung des Inhalats zu kleinsten Tröpfchen. Der Wahl des passenden Inhalationssystems kommt daher eine große Bedeutung zu.

Dampfinhalatoren

Viele Menschen schwören auf das Inhalieren von Wasserdampf mit Kräutern, Kochsalz oder ätherischen Ölen zum Lösen von festsitzendem Schleim. Dafür reicht im Grunde ein Topf mit heißem Wasser, über den man sich mit einem Handtuch über dem Kopf beugt. In der Apotheke sind auch Dampfinhalatoren mit schmalen Öffnungen erhältlich.

Allerdings besteht Dampf aus relativ großen Tröpfchen mit einer Partikelgröße von mehr als 30 Mikrometern. Lungengängig sind hingegen nur Partikel mit einer Größe von höchstens 25 Mikrometern. In die kleineren Verästelungen der Lunge gelangen sogar nur Partikel, die kleiner als 10 Mikrometer sind.

Die im Wasserdampf enthaltenen Tröpfchen erreichen daher nur die Nasenschleimhaut – bei der Inhalation durch den Mund bleiben sie wirkungslos im Mund- und Rachenraum hängen. Die Dampfinhalation eignet sich daher eher zur Behandlung der oberen Atemwege.

Vernebler

Vernebler zerstäuben eine Flüssigkeit zu lungengängigen Tröpfchen mit einer Partikelgröße von 3–6 Mikrometern. Sie kommen bei der Verabreichung inhalativer Medikamente und beim Inhalieren von isotonischer Kochsalzlösung zum Einsatz. Ätherische Öle eignen sich eher nicht für die Inhalation mit Verneblern, weil sie empfindliche Bronchien irritieren.

Verfügbar sind Düsen- und Ultraschallvernebler. Achten Sie beim Kauf eines solchen Inhaliergeräts auf die Angabe des Medianen Massendurchmessers (MMD) bzw. die durchschnittlich erzielte Tröpfchengröße. Lassen Sie sich bei der Wahl des Geräts am besten von Ihrem Apotheker beraten.

Richtig inhalieren mit isotonischer Kochsalzlösung

Besonders das Inhalieren mit einer Salzlösung wirkt effektiv gegen akute Bronchitis-Beschwerden.

Die Salz-Inhalation

  • befeuchtet die unteren Atemwege,
  • erleichtert das Abhusten von zähem Sekret und
  • lindert Entzündungen.

Anwendungstipps:

  • Inhalieren Sie bei einer akuten Bronchitis zwei- bis dreimal am Tag für 10 – 20 Minuten mit einem Verneblersystem.
  • Isotonische Kochsalzlösung erhalten Sie in praktischen Mengen abgefüllt in der Apotheke. Zwar lässt sich Kochsalzlösung auch selbst herstellen – um die Sterilität der Lösung sicherzustellen, ist die abgepackte Variante aus der Apotheke aber vorzuziehen.
  • Besonders für Patienten mit chronischer Bronchitis und chronisch obstruktiver Bronchitis empfehlen sich regelmäßige Inhalationen zur Vorbeugung akuter Infekte in der kalten Jahreszeit.

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